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GPX-Track in Navit anzeigen


Kurzanleitung

  1. Konvertieren der GPX-Datei in das navit_txt-Format. Hierfür kann das Programm gpx2navit_txt.jar verwendet werden. Download hier.
  2. Die konvertierte Datei auf die SD-Karte des Smartphons kopieren. Den gesamten Pfad des Speicherorts merken. Der Name der Datei sollte auf "_nav.txt" enden.
  3. Die Konfigurationsdatei navit.xml vom Telefon auf den PC kopieren, eine Sicherheitskopie der Datei erstellen und sie in einem Texteditor öffnen.
  4. Als Nutzer von OSM-Kartenmaterial den Abschnitt <!-- Mapset template for openstreetmaps --> suchen und dort die Zeile <map type="textfile" enabled="yes" data="/sdcard/navit/tracks/track01_nav.txt"/> hinzufügen (Den Pfad hinter data=" durch den Speicherort ersetzen).



  5. Speichern und die navit.xml zurück auf die SD-Karte kopieren.
  6. Navit starten. Der Track sollte als dünne schwarze Linie zu sehen sein.



    Ist das Bike-Profil ausgewählt, erscheint ab einer gewissen Zoomstufe der Name des Tracks. Dieser wird aus dem Parameter "label" im Trackabschnitt der navit_txt-Datei gelesen (Hier im Beispiel "Nordic Walking").


Wie sich die Farbe und die Dicke der Tracklinie ändern lässt, beschreibe ich in diesem Artikel.

Ausfürliche Anleitung

Datenbasis

Wie bereits angesprochen erwartet Navit Tracks und/oder Wegpunkte in einem eigenen Format, dem navit_txt-Format. Die Konvertierung erfolgt entweder durch das von den Navit-Entwicklern mitgelieferte Konsolenscript gpx2navit_txt (nur für Linux) oder mit der Eigenentwicklung gpx2navit_txt.jar, die hier beschrieben ist und heruntergeladen werden kann.

Nehmen wir an, dass die Ausgangsdatei track01.gpx heißt, so ist nach dem Vorgang eine neue Datei mit dem Namen track01_nav.txt entstanden, die nun noch in Navit eingebunden werden muss. Als Textdatei lässt sich das Navit-Track-File in jedem Texteditor öffnen und verändern. Windows-Nutzer sollten dabei beachten, dass wegen der Linux-Herkunft des Programms hier zur Zeilentrennung nur das Zeichen $0A verwendet wird und die Zeilen nicht, wie in der Windowswelt üblich, zusätzlich mit $0D (CR) abgeschlossen sind. Vorsicht also bei Veränderungen.

Für die Verwendung von Navit auf einem Android-Smartphone, empfiehlt sich die Anlage eines Ordners mit Namen Navit im Hauptverzeichnis der SD-Karte des Telefons. Innerhalb dieses Ordner kann man sich nun noch einen Unterordner Tracks erstellen, der die erzeugte txt-Datei aufnimmt. Es ist egal, wo die Datei letztendlich auf der SD-Karte liegt. Wichtig ist nur der exakte Pfad dorthin.
In unserem Beispiel lautet dieser: /sdcard/navit/tracks/track01_nav.txt

Anpassen der Konfigurationsdatei navit.xml

Zwischen dem Navigationsprogramm und der Außenwelt gibt es eine mächtige Schnittstelle, die Konfigurationsdatei navit.xml. Hier müssen wir nun noch Navit von der Existenz unseres Tracks in Kenntnis setzen.

Ich gehe im weiteren davon aus, dass Navit bereits auf Ihrem Smartphone installiert ist und beim Starten des Programms der Kartenausschnitt Ihrer Home-Koordinaten erscheint. Im Hauptverzeichnis der SD-Karte des Telefons ist dann die Konfigurationsdatei zu finden. Kopieren Sie diese nun auf ihren PC oder Notebook, machen Sie eine Sicherheitskopie von der noch unbearbeiteten Datei und öffnen Sie sie dann mit einem Texteditor. Noch im oberen Bereich, etwa in Zeile 490 sind die Einstellungen für das OSM-Mapset zu finden.



Vom Konzept des Navigationsprogramms her, sind benutzererstellte Trackdateien Teil des Mapsets und werden in diesem Abschnitt verwaltet. Wenn Sie sich an unser Beispiel gehalten haben, ergänzen Sie nun die Zeile unter dem Eintrag "binFile".



Um flexibel zu sein, habe ich in meine Konfiguration gleich drei Einträge für die mögliche Anzeige von umgewandelten GPX-Tracks aufgenommen. Navit nimmt keinen Anstoß daran, wenn die Dateien hier angemeldet sind, auf dem Handy aber dann erst einmal fehlen.



Damit sind drei mögliche Tracks, mit den Dateinamen track01_nav.txt, track02_nav.txt und track03_nav.txt bei Navit angemeldet, die sich auf der Speicherkarte des Telefons im Ordner sdcard/navit/tracks befinden können. Speichern nicht vergessen und die Datei zurück in das Hauptverzeichnis der SD-Karte des Telefons kopieren. Falls noch nicht geschehen, die navit_txt-Datei unseres Tracks in das Verzeichnis tracks kopieren.

Wenn alles richtig gemacht worden ist, erscheint nach dem Start von Navit unser Track als dünne, schwarze Linie auf der Karte. Ist das Bike-Profil als aktives Anzeigeprofil ausgewählt, wird in regelmäßigen Abständen auf der Linie der Name des Tracks ausgegeben. Das funktioniert allerdings erst ab einer gewissen Zoomstufe.

Fehlersuche

Falls nichts angezeigt werden sollte, dann anhand der folgenden Liste checken, ob sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat. Ich beziehe mich hier auf die Bezeichnungen und Pfade unseres Beispiels.
  • Wurde die GPX-Datei richtig konvertiert? Um das zu kontrollieren, einfach die Datei track01_nav.txt in einem Editor öffnen und nachsehen, ob sie einen Inhalt hat.
  • Navit kommt aus der Linuxwelt und auf einem Android-Smartphone werkelt ein Linuxkern. Dateinamen und Pfadangaben sind case sensitiv, daher wird, anders als in Windows, sehr wohl zwischen Groß- und Kleinbuchstaben unterschieden.
  • Zur Trennung der Pfadebenen wird in Linux ein Slash "/" verwendet. Windows-Nutzer benutzen hier gerne aus Gewohnheit den Backslash "\".
  • Überprüfen Sie, ob der anzuzeigende Track anhand seiner Koordinaten innerhalb des Bereichs der verwendeten Karte liegt.
  • Startet Navit auf Ihrem Mobiltelefon nur kurz mit einem schwarzen Bildschirm, der dann wieder verschwindet, liegt höchstwahrscheinlich ein Fehler in der Konfigurationsdatei vor. Untrügliches Zeichen dafür ist die Anzeige des Navit-Programm-Symbols oben links in der Benachrichtungs-Leiste, obwohl vom restlichen Programm nichts zu sehen ist.
    Abhilfe schafft das Löschen der Konfigurationsdatei navit.xml im Home-Verzeichnis der SD-Karte und das nochmalige Starten der Navit-App. Das Programm startet nun zwar ohne eine Karte anzuzeigen, lässt sich aber über das Menü regulär beenden.

Praktische Arbeit mit Tracks und Wegpunkten

Um nicht jedes Mal bei der Planung eines neuen Tracks eine Umkonfiguration der Datei navit.xml durchführen zu müssen, empfiehlt sich folgendes Verfahren. Planen Sie wie gewohnt Ihren GPX-Track und speichern Sie ihn mit einem beliebigen Dateinamen ab. Konvertieren Sie ihn und benennen Sie ihn vor dem Kopieren auf das Telefon um. Verwenden Sie einen der drei vereinbarten Namen (track01_nav.txt, track02_nav.txt oder track03_nav.txt). Die Erfahrung zeigt, dass geplante Wegstrecken nur für die entsprechende Tour gebraucht werden und danach wieder gelöscht werden können. Auch sind 3 gleichzeitig anzuzeigende Tracks in der Regel ausreichend. Wem das nicht genügt, kann gerne weitere Vereinbarungen in der Konfigurationsdatei treffen.

Sind mehrere Tracks auf dem Handy vorhanden, dann lassen sich diese einzeln in Navit über das Menü Einstellungen -> Karten ein- und ausschalten.



Enthält die nav_txt-Datei Wegpunkte, so werden diese als grüne Sterne angezeigt. Auch hier muss man eventuell ein wenig mehr in die Karte hineinzoomen bis sie dargestellt werden.



Routen werden durch das Konvertierungsprogramm in Tracks umgewandelt. Die Trackpunkte werden dann in Navit durch Luftlinien verbunden, was unschön aussieht und verwirrend wirkt. Anscheinend ist Routing hier noch nicht vorgesehen.



Ebenfalls (noch) nicht vorgesehen ist die direkte Navigation auf dem Track. Dies erschien mir zu Anfang als das größte Manko. In der Praxis ist es aber zu verkraften, da man jederzeit anhand der Positionsanzeige überprüfen kann, ob man noch auf dem Track ist. Das ist natürlich nicht ganz so bequem, wie mit der GARMIN-Funktion "Track folgen" und dem sicherheitgebenden Piep an markanten Punkten. Ich hoffe sehr, dass das Navit-Team hier noch nachlegt.
 
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